VEGI-INFO BELGIEN
BULLETIN FEBRUAR 2002

Vorhergehendes Bulletin

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Liebe Leser,

selbst die begabtesten Astrologen haben nicht vorhersehen können, dass sich das letzte Viertel des Jahres 2001 so entwickeln würde, wie wir es erlebten: Dramatische Ereignisse erschütterten alle und verängstigten den einzelnen. Gewalt beendete viele Leben und liess selbst jene um ihre Sicherheit fürchten, die weit weg von den Orten des Geschehens leben. In dieser Atmosphäre von Unsicherheit fand ich den folgenden Beitrag von Mark Bekoff besonders tröstlich und möchte ihn Ihnen daher nicht vorenthalten.

Ich hoffe, dass das Neue Jahr friedliche Lösungen und Verbesserungen der Lebensbedingungen für alle, Mensch und Tier, bringen wird und wünsche Ihnen und Ihren Familien ein glückliches 2002.

Herma Brockmannn
VEGI-INFO Belgien 26, Rue Moncoureur, 7011 Ghlin, Tel +32 (0)65/362584
E-Mail OfficeBE@vegetarismus.org


Inhaltsverzeichnis :
- Heilige Kuh in Bangalore
- Mark Bekoff: Hoffnung ist die Antwort in dramatischen Situationen
- Knoblauch: schon die alten Griechen schätzten die weisse Knolle
- Buchempfehlung „Wegbereiter des Friedens“
- Bitte nur leise schnattern – Gänse bringen Nachbarschaftskonflikte
- Japan: Gründung einer Allianz gegen das Abschlachten von Walen
- Künast, Kinder und Karotten
- Fünf am Tag
- Rezept des Monats
- Gedanken zur Aufhebung des Schächtverbots in Deutschland
- Schlachthausdokumentation
- vCJK-Epidemie sehr gut möglich


Heilige Kuh in Bangalore: Eine von 200 bis 300 Millionen

Neu Delhi - Kühe gelten Hindus als heilig. Deshalb sind sie besonders schützenswert. Ein geplanter Personalausweis soll die Tiere vor dem Schmuggel in die Schlachthäuser von Bangladesch bewahren. Alle Kühe in den Grenzdistrikten werden nach Plänen der Behörden künftig eingeschweißte Karten um die Ohren tragen. Ursache ist die Sorge um die Sicherheit an der Grenze im Osten Indiens: Die Kuhschmuggler lösen immer wieder Schießereien der Grenzsoldaten aus. Das berichtet die Zeitung "Times of India". Das Schlachten der als heilig verehrten Kühe ist in fast allen indischen Bundesstaaten verboten. Viele alte Kühe, die keine Milch mehr geben, irren herrenlos durch Dörfer und Städte. Selbst dort, wo das Schlachten erlaubt ist, erzielt Rindfleisch nur niedrigste Preise. Im islamischen Bangladesch ist das anders, und daran verdienen die Schmuggler. Künftig wollen die Behörden jede Kuh, die nicht in die Grenzregion gehört, am fehlenden Ausweis erkennen.
(Quelle: SPIEGEL ONLINE 2001)


Mark Bekoff: Hoffnung ist die Antwort in dramatischen Situationen

Ich bin ein geduldiger und mitfühlender Aktivist, der bereit ist, sich seine Hände schmutzig zu machen, zu den Leuten zu gehen und ihnen die schrecklichen Sachen zu zeigen, die wir all den Tieren antun. Dies ist die beste Art, anhaltende Änderungen in ihren Herzen und in Köpfen zu erreichen (eine wunderbare Diskussionsgrundlage hinsichtlich Aktivismus und deren zahlreichen Erfolge ist das Buch von Julia Hill „Das Vermächtnis von Luna“). Gleichgültigkeit ist tödlich! Mein Aktivismus konzentriert sich darauf, Menschen zum Nachdenken anzuregen und mich darüber zu informieren, was sie denken, fühlen und warum sie in einer gewissen Weise handeln. Ich bin aber wachsam, mich nicht zu sehr auf Diskussionen mit Leuten gegensätzlicher Meinung einzulassen, denn eine solche Ausweichtaktik leitet Zeit und Energie ab von der eigentlichen pro-aktiven Kreativität. Uns steht schliesslich nur eine begrenzte Menge Energie für die unterschiedlichen Aktivitäten zur Verfügung. Als bekennender Träumer und Optimist werde ich oft ein Opfer meiner Hoffnungen. Trotzdem ist es mein leidenschaftlicher Traum, dass Änderungen im Verhalten und in den Herzen schließlich zur Harmonie zwischen Tieren und Menschen führen werden, denn die nicht-menschlichen Tiere werden stets gewissermassen Konkurrenten von Menschen, ihren dominanten Säugetiervettern mit den grossen Gehirnen, bleiben. Zweifellos sind Tiere normalerweise die Verlierer in diesen Auseinandersetzungen, da Menschen fortwährend die Natur zu ihren eigenen egoistischen Zwecken umformen und ausnutzen.

Aktivismus für Tiere hat mir aber auch bei der Entdeckung meiner eigenen Spiritualität geholfen, denn eine solche Betätigung kostet einen Preis: Belästigungen, Einschüchterungen, Demütigungen und ein Frust, der nicht selten unter die Haut geht. Ich habe diese Wirkungen zu spüren bekommen, als meine Fragen wegen der Wiedereinführung des kanadischen Luchses in Kolorado zum Schweigen gebracht werden sollten wie auch meine Fragen darüber, weshalb Hunde während eines Medizinstudiums getötet werden müssen, damit Studenten über das Leben lernen können. (Ich brach ein solches Studium ab, weil ich keine Katzen oder Hunde als Teil meiner Ausbildung im Namen der Wissenschaft umbringen wollte. Ich wollte keine Tiere töten, um über das Leben zu lernen - und gab deswegen einen lebenslangen Traum auf). All diese Angriffe veranlassten mich, tief in meinem Inneren nach Erklärungen zu suchen und anderen zu erklären, warum ich etwas tat, mochte es das Organisieren von Protesten zur Rettung von Tieren sein oder die Teilnahme an Kerzenlicht-Wachen und Gebetsstunden für getötete Tiere. Es muss bedacht werden, dass mitfühlende Menschen leicht die Wut kleiner Seelen hervorrufen können.

Eine mich antreibende Perspektive ist, dass meiner Meinung nach jede einzelne Person zählt und einen Unterschied macht. Wie Margaret Mead schon sagte: „Man sollte nie vergessen, dass eine kleine Gruppe von nachdenklichen, engagierten Bürger die Welt verändern kann. Tatsächlich ist dies die einzige Sache, die es je tat.“ Kreative, pro-aktive Lösungen, durchdrungen von tiefer Demut, Mitleid, Fürsorge, Respekt und Liebe sind zu entwickeln zur Bewältigung einer Vielfalt von Problemen, mit denen wir heute konfrontiert werden. Aktivismus entsteht häufig aus derartigen Überlegungen und deren Versuch einer Umsetzung in die Realität. Meine eigene Spiritualität und Hoffnung werden angetrieben durch den Gedanken einer nahtlosen Ganzheit, Holismus, Einheit, deren Motivation in Mitgefühl, Respekt und Liebe liegt. Während meines kurzen Besuches auf diesem erstaunlichen Planeten will ich freudig mein Herz allen Wesen öffnen. Ich bin ein Träumer und sehe vor mir ein vereintes Königreich des Friedens, dessen Basis Respekt ist, Mitgefühl, Vergebung und Liebe. Es ist wesentlich, in dramatischen Situation die Hoffnung zu behalten. Ein fester Entschluss, aus dieser Welt einen besseren Ort für alle Lebewesen zu machen und der tiefe Glaube, dass die entschlossene Zusammenarbeit von Menschen den entscheidenden Ausschlag gibt, lässt mich hoffen. Für immer.


Was Prominente zu unserem Anliegen meinen:
Es gibt wirklich nichts, das die meisten Menschen davon abhält, Vegetarier oder sogar Veganer zu werden. Diese Art der Ernährung ist gesunder als eine Ernährung mit Fleisch und ausserdem viel humaner. Niemand kann bestreiten, dass man in einer Welt mit weniger Grausamkeit, mehr Respekt, Liebe und Demut besser leben und seine Kinder aufziehen kann.
Marc Bekoff an VEGI-INFO im Dezember 2001


Marc Bekoff ist Professor für Biologie an der Universitaet von Colorado. Sein Buch „Das unnötige Leiden der Tiere Tierrechte - was jeder Einzelne tun kann“ ist kürzlich im Herder Verlag erschienen.


Knoblauch: Schon die alten Griechen schätzten die weisse Knolle

Vor dreißig Jahren noch war es eines der verrufensten Nahrungsmittel in England – eine stinkende kontinentale Zutat, die jedes anständige spaghetti bolognese verdarb und einen Trip in der Pariser Metro unerträglich machte. Aber die gegenwärtige mediterrane Welle lässt den Widerstand gegen das schärfste Kraut in Europa schmelzen; wir wenden es so sogar übermäßig an, denn Knoblauchpuder, -pillen und –zusätze stehen heutzutage überall in den Regalen der Drogerien. Die vorherrschende Meinung ist, daß Knoblauch nicht nur gut gebraten schmeckt, sondern dass es eine Quelle der Vitamine C und E, von Protein, Kalzium, Kobalt, Magnesium, Phosphor, Kalium, Schwefel und Zink ist. Im letzten Jahr stellten Wissenschaftler an der Universität von Wolverhampton fest, daß Knoblauch ein spezielles, mit Magengeschwüren verbundenes Bakterium neutralisieren kann, und im März berichtete Yuji Karasaki von der Universität Kitakyushu, dass das Protein Lektin, extrahiert vom Knoblauch, das Wachstum von Krebszellen hemmt, gesunde Zellen jedoch intakt lässt. Im Mai konnten sich dann die Hersteller von Knoblauch über das Ergebnis eines amerikanischen Versuchs mit 72 Freiwilligen freuen, die nach der täglichen Einnahme einer Allimax-Kapsel (mit Allicin, der Hauptsubstanz im Knoblauch) zu einem Drittel seltener an Erkältungen litten – verglichen mit 72 weiteren Personen, die ein Placebo eingenommen hatten. Und wenn sie doch krank wurden, kamen sie viel schneller wieder auf die Beine.

Zwar jubelt die Knoblauch-Lobby heute, aber dieses Gewürz hatte traditionsgemäß keine gute Presse. Der römische Satiriker Horace erklärte es "giftiger als den Schierling" und behauptete, dass es ihn krank mache (in der Tat kann Knoblauch zu Sodbrennen und Blähung führen, wenn es auf leeren Magen genommen wird - und es wird auch nicht für Kinder unter 12 Jahren oder während der Schwangerschaft empfohlen, weil es zu Menstruationsblutungen anregen kann). Im moslemischen Glauben gibt es eine Legende, die besagt, dass, als Satan den Garten von Eden verließ, an dem Abdruck seines linken Fusses eine Knoblauchpflanze entsprang. Im alten Griechenland und Ägypten jedoch galt Knoblauch als magisch in mancherlei Hinsicht. Griechische Athleten kauten ihn vor ihren Wettkämpfen zum Aufputschen ihres Energievorrates. Ägyptischen Sklaven, die die Cheops-Pyramiden erbauten, erhielten täglich eine Knoblauchzehe zum Erhalt ihrer Stärke und als Krankheitsabwehr.

Trotz allem stimmt es: Knoblauch stinkt. Dies war eine Herausforderung für die Hersteller von Kräuter-Supplementen. In jeder Drogerie findet man überzogene Pillen, auf einmal zu schlucken, und „geruchlose" Kapseln mit Kohle oder Petersilie zur Geruchsneutralisierung. Obwohl einige wirken, unterdrücken andere den eigentlichen Wirkstoff des Knoblauchs. 1858 bestätigte Louis Pasteur die antibakterielle Eigenschaft des Knoblauchs (die 1% der Stärke vom Penicillin ausmacht und als preiswertes Antibiotikum im ersten Weltkrieg verwendet wurde); Biochemiker erklärten dies durch die Aktivsubstanz Allicin. Da Allicin aber bei Hitze instabil wird, können die durch Anwendung von Hitze fabrizierten geruchlosen Varianten möglicherweise keinen Effekt haben. Ausserdem ist Allicin nicht in der Pflanze selbst vorhanden, sondern wird durch Enzymreaktion produziert beim Zerdrücken der Zehe; das Kauen bleibt die beste Art zur Freisetzung des Wirkstoffes.

Im letzten Jahr haben Wissenschaftler der Universität von Nord Karolina die Einnahme von Knoblauchzusätzen zur Verringerung der Gefahr von Magenkrebs als nutzlos bezeichnet, dagegen verringerten aber jene, die Knoblauch regelmäßig roh oder in gekochter Form zu sich nahmen, die Gefahr um die Hälfte. Damit soll aber nicht gesagt werden, dass Zusätze zu meiden sind. Richtig angewandt, können "standardisierte" Knoblauchtabletten die Cholesterinwerte etwas senken, den Blutdruck verringern, Blutklumpen verhüten und das Herz schützen.

(Quelle: The Guardian)

Buchempfehlung:

Wegbereiter des Friedens - Die lebendigen Philosophien der Bishnoi und Jains

von Herma Brockmann und Renato Pichler

Im Vegi-Verlag ist ein neues Buch über die Lebensweise der vegetarischen Gemeinschaften Bishnois und Jains erschienen. Gerade in der heutigen Zeit, in der die Medien fast ausschliesslich von Kriegen und anderen Konflikten berichten, ist der Beweis wichtig, dass es auch anders geht.

Die Glaubensgemeinschaft der Bishnois gibt es bereits seit rund 500 Jahren; man respektiert die Natur und tötet weder Mensch noch Tier. Natürlich ernähren sich diese Menschen vegetarisch, obwohl die meisten von ihnen am Rande der Wüste im indischen Bundesstaat Rajasthan beheimatet sind. Doch durch den Einklang mit der Natur, der ihnen sogar das Fällen von Bäumen verbietet, haben sie sich ein kleines Paradies geschaffen, das sogar in schwierigen Dürrephasen für alle genügend Nahrung bietet.

Die Jains existieren bereits seit mehreren Jahrtausenden. Da sie jedoch nie in Kriege verwickelt sind (sie können nicht nur im übertragenen Sinne keiner Fliege etwas zuleide tun), sind sie in Europa leider ziemlich unbekannt. Auch sie töten kein Tier. Die Mönche und Nonnen leben sehr asketisch und zeigen damit, mit wie wenig der Mensch glücklich sein kann. Auf der anderen Seite gibt es aber auch viele wohlhabende Jains, die vor allem durch ihre grosszügigen Spenden bekannt sind. Zum Beispiel finanzieren sie medizinische Stationen, auf denen für alle Menschen kostenlose Betreuung angeboten wird. An anderen Orten wird gratis (natürlich vegetarisches) Essen an Bedürftige abgegeben.

Das Taschenbuch gibt auf 88 Seiten viele interessante Informationen zu diesen beiden inspirierenden Lebensweisen. Es wird ergänzt durch ein Kapitel, in dem der bekannte indische Journalist und Tierschützer Harsh Vardhan von seiner persönlichen Beziehung zu den Bishnois berichtet. Im Anhang erhält man zudem noch wichtige Kontaktadressen.

Wegbereiter des Friedens – Die lebendigen Philosophien der Bishnois und Jains
Herma Brockmann und Renato Pichler – Vegi-Verlag, Sennwald
ISBN 3-909067-02-6
Preis: EUR 12.50 / SFr 19.-
Zu bestellen über jede Buchhandlung oder direkt beim Vegi-Büro, 9315 Neukirch-Egnach
Weitere Informationen: www.vegetarismus.ch/bishnoi/jains/


Bitte nur leise schnattern!

Düsseldorf. Ein Düsseldorfer Richter hat zu lautem Gänsegeschnatter in einem Wohngebiet ein Ende bereitet. Das Landgericht wies einen Gänsehalter an, die Lautstärke seiner Tiere für die Nachbarn zu drosseln. Diese hatten den Tierfreund aus Meerbusch verklagt, weil ihnen der Lärm der bis zu 60 Gänse vor ihrem Schlafzimmerfenster auf die Nerven gegangen war. Das Gericht hatte sich vor Ort vom Lärmpegel der Tiere überzeugt sowie Gänse-Aufenthaltsskizzen und Geschnatterprotokolle studiert. Der Gänsestreit hatte sogar um ein Haar zu Gewaltausbrüchen zwischen den Nachbarn geführt. Der Gänsebesitzer hatte sich auch noch Puten, Hühner und einen Esel angeschafft.

Wie er nun den Lärmpegel senkt, bleibt ihm überlassen. Er könnte die Gänse durch einen zusätzlichen Zaun vom Grundstück der Kläger fern halten. Wegen des hohen Streitwertes - der Grundstückswert verminderte sich nach Meinung der Kläger durch das Geschnatter um 20 000 Mark - landete die Gänseposse direkt vor dem Landgericht (Az.: 5 O 417/00).
(Quelle dpa/Mannheimer Morgen)


Japan: Gründung einer Allianz gegen das Abschlachten von Walen

Am 6. November 2001 lief die japanische Walfangflotte erneut aus – trotz aller internationalen Proteste. Nun hat sich Widerstand gegen die Massaker auch im eigenen Lande gebildet durch die Organisation „Whale Conservation Coalition of Japan“ mit den Gründungsmitgliedern „Dolphin and Whale Action Network“, „International Fund for Animal Welfare“ (IFAW), „Greenpeace Japan“ und „Japan Whale Conservation Network“ und Noakoa Funahasi, Vorsitzende des IFAW in Japan, als Direktor.

Die neue Allianz stellt fest:
Weitere Details: http://users.swing.be/animal_net/x_wccj.htm

Künast, Kinder und Karotten: "5 am Tag macht Schule"

Am liebsten mag sie grüne Bohnen. Die deutsche Bundesministerin für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft steht mit Leib und Seele als Schirmherrin hinter der Gesundheitskampagne "5 am Tag" - Obst und Gemüse.

Renate Künast überreichte am 10. Dezember 2001 offiziell an der Grundschule am Brandenburger Tor in Berlin die von dem Bundesministerium geförderten Schulmaterialien, die Kinder und Jugendliche zu fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag motivieren sollen.

Mit "5 am Tag macht Schule" hält die Kampagne Einzug in deutsche Schulen. Schließlich ist es insbesondere für Kinder wichtig, mit Obst und Gemüse groß zu werden, denn im Kindesalter stellen sich die Weichen für das zukünftige Ernährungsverhalten, für Vorlieben und Abneigungen. Die Anzahl übergewichtiger Kinder steigt. Effektive Maßnahmen sind notwendig; "5 am Tag" ist mit kalorienarmen Obst- und Gemüseprodukten zum Essen, Trinken, Knabbern und Snacken eine davon. Bundesministerin Künast ist von der Kampagne überzeugt: "Wir wollen die Kinder in ihrer Eigenverantwortlichkeit stärken, die kindliche Neugierde für Obst und Gemüse wecken und es ihnen spielerisch schmackhaft machen". Dafür wird der 5 am Tag e. V. vier unterschiedliche Folienmappen mit Begleitheften in verschiedenen altersgemäßen Ausführungen mit Unterstützung des Verbraucherschutzministeriums herausgeben.

Auf den spielerischen und praktischen Ansatz wird besonderen Wert gelegt. "5 am Tag"-Spiele oder Projektanleitungen für eine "5 am Tag"-Snackbar gehören genauso dazu wie die Erläuterungen der ernährungsphysiologischen Hintergründe für Schüler der Oberstufe und für Lehrer. Die Schulklassen lernen z. B. die Vielfalt von Obst und Gemüse kennen, vielseitige Zubereitungsmöglichkeiten auszuprobieren und die eigenen Ernährungsgewohnheiten zu reflektieren. Die Materialien werden im Rahmen der Gesundheitskampagne "5 am Tag" interessierten Schulen kostenlos zur Verfügung gestellt. Fünf Portionen Obst und Gemüse täglich halten gesund und fit. Zahlreiche wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass der Verzehr von etwa 600 Gramm pro Tag vor Krebs, Herzinfarkt und anderen Zivilisationskrankheiten schützen kann. Aus diesem Grund engagiert sich der Verein "5 am Tag" mit einem großen Netzwerk an Gesundheitsinstitutionen, Wissenschaftlern und Wirtschaftspartnern aus den Bereichen Handel, Gastronomie, Erzeuger und Industrie für ein "Mehr" an Obst und Gemüse. Erwachsene wie Kinder werden durch zahlreiche Aktionen und Informationsmaterialien motiviert, jeden Tag fünf Portionen Obst und Gemüse zu essen. So gut kann Gesundheitsvorsorge schmecken.

( Informationen zu "5 am Tag" im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de Kontakt: 5 am Tag e. V. c/o Deutsche Krebsgesellschaft e. V. Hanauer Landstraße 194 60314 Frankfurt a.M.)

Fünf am Tag

Der World Cancer Research Fund und das American Institute for Cancer Research empfehlen 600 bis 800 Gramm Gemüse und Obst für den täglichen Verzehr. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) sieht dies ähnlich, wie im KKH-Journal berichtet wurde.
Eine Portion (ca. 125 g) entspricht in etwa
- einer Hand voll Obst (z. B. ein Apfel) oder einer halben Schale Erdbeeren sowie anderen Beerenfrüchten.
- Bei frischem unzerkleinertem Gemüse am Stück entspricht eine Hand voll einer Portion.
- Bei bereits gewaschenem, zerkleinertem Gemüse ergeben zwei Hände voll eine Portion.
- Bei getrockneten Hülsenfrüchten wie Erbsen, Linsen und Bohnen rechnet man pro Portion mit 50 Gramm.
- Bei Dörrobst wie getrockneten Aprikosen, Feigen oder Datteln gelten 5 Stück oder 25 Gramm als eine Portion.
- Obst- und Gemüseportionen können auch durch Frucht- und Gemüsesäfte ersetzt werden (Ein 200-ml-Glas entspricht einer Portion).


Rezept des Monats

Linsen-Kartoffeltopf
300 g Linsen
500 g Kartoffeln, grob gewürfelt
4 Zwiebeln, gewürfelt
1 Bund Petersilie, gehackt
4 Karotten, gewürfelt
40 g Margarine
2 EL Tomatenmark
500 ml Gemüsebrühe
Pfeffer und Salz
evtl. Soja-Sahne

Die Linsen heiss abspülen und in Salzwasser 30 Minuten garen und anschliessend in einem Sieb abtropfen lassen.
Die Kartoffeln ca. 10 Minuten garen.
Die Margarine mit dem Tomatenmark in einem Topf erhitzen und die Zwiebeln, die Petersilie (etwas zum Garnieren zurücklassen) und die Möhren darin 5 Minuten auf kleiner Flamme dünsten.
Die Kartoffeln mit den Linsen und der Gemüsebrühe zum Gemüse geben, köcheln lassen.
Mit Pfeffer und Salz abschmecken und mit Soja-Sahne und Petersilie garniert servieren.

Zubereitungszeit ca. 45 Minuten.

Gedanken zur Aufhebung des Schächtverbotes in Deutschland

von Charlotte Gruber, Österreich

Die Aufregung der Tierschützer ist gross angesichts der Aufhebung des Schächtsverbotes in Deutschland. Moslems und Juden in Deutschland dürfen jetzt Tiere ohne Betäubung schlachten, also "schächten", wie ihre Religion dies vorschreibt. Im christlichen Abendland empfindet man diese Rituale als widerwärtige Barbarei, womit man so unrecht nicht hat. Andererseits beurteilen wiederum die Moslems und Juden die Christen als barbarisch, wenn sie Schweine und andere Tiere essen, die vor dem Schlachten nicht ausbluteten. So hat jeder die Möglichkeit, sich von den anderen zu distanzieren und seine Religion als die grösste hervorzuheben. Eine Gemeinsamkeit haben jedoch die Angehörigen aller drei Religionen: In seltener Eintracht quälen sie Tiere, ermorden und essen sie - nur die Spielregeln sind anders.

Wer meint, dass in Deutschland die Kühe, Schafe und Schweine "einen schönen Tod" haben, sollte sich Informationen über europäische Schlachthöfe einholen. Auch hierzulande kommt der Tod jetzt meist langsam und qualvoll für die Tiere, weil sie nur mangelhaft betäubt werden, um die Gehirnmasse und Rückenmark für nachfolgende Untersuchungen nicht allzu sehr zu zerstören. So kommt es vor, dass den Tieren bei vollem Bewusstsein die Gliedmassen abgeschnitten werden und die Haut abgezogen wird. Man beginnt sich zu fragen, wo da der Unterschied zwischen christlichen und muslimischen Ländern liegt?

Es stellt sich hier nicht die Frage nach der Tötungsmethode, sondern einzig und allein die eine: wann wird das Schlachten jemals enden? Ganz gleich wie ein Tier getötet wird, sei es durch Schächten oder "normales Schlachten": es ist eine Schande für die zivilisierte Menschheit, wie sie diese wehrlosen und sanften Geschöpfe derart für ihre Bedürfnisse und Gelüste ausnützt!


Schlachthausdokumentationen :

http://www.tierschutz.cc/tiu/index-video.html
Entsetzliche Dokumentationen aus dem Schlachthaus: Die Stiere brüllen, während sie am Förderband aufgeschnitten werden. Der Todeskampf dauert lange Minuten...
Trotzdem: Die Schlachthausbetreiber, Viehhändler und Schlachthoftierärzte, sowie die Landwirte sind sich kaum einer Schuld bewusst! Genauso wenig wie die Konsumenten von Fleischwaren....
Quelle: Dachverband der oberösterreichischen Tierschutzorganisationen www.tierschutz.cc


vCJK-Epidemie sehr gut möglich

EDINBURGH (ast). Ein bekannter britischer Neuropathologe hält es nach wie vor für "sehr gut möglich", daß Zehntausende Patienten, die in den 80er Jahren Erreger-infiziertes Rindfleisch gegessen haben, an der neuen Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (vCJK) erkranken werden.

Wie Professor James Ironside von der CJK-Überwachungsstelle Edinburgh jetzt bei einer Veranstaltung in Glasgow gesagt hat, ist bei den Creutzfeld-Jakob-Erkrankungen in Großbritannien inzwischen ein Trend erkennbar: "Es steht fest, daß die Zahl der Erkrankungen von Jahr zu Jahr weiter gestiegen ist. Solange wir nicht wissen, ob es eine genetische Prädisposition gibt und nicht die Inkubationszeit der Krankheit kennen, solange kann niemand eine Epidemie ausschließen."

Der Neuropathologe fordert von der Fleischindustrie Antwort auf die Frage, was in den 80er Jahren genau in Würste, Burger, Fleischpasteten und andere Fleischprodukte gewandert ist. Bislang weigere sich die Industrie, diese Information zu veröffentlichen.

(Quelle: Ärzte Zeitung)


Der Tag wird kommen,
wo das Töten eines Tieres genauso als Verbrechen betrachtet werden wird
wie das Töten eines Menschen

Leonardo da Vinci

VEGI-INFO Belgien


Der Vegetarismus erlebte in den letzten Jahren einen starken Aufschwung. Dennoch werden nach wie vor enorme Mengen Fleisch «produziert»! Die gesamte Tragweite einer solchen fleischorientierten Ernährung ist auch vielen vegetarisch lebenden Menschen nicht bekannt. Deshalb ist das Hauptanliegen des VEGI-INFO Belgien, in Verbindung mit der Schweizerischen. Vereinigung für Vegetarismus (SVV), möglichst viele Menschen (ob Vegetarier oder Fleischesser) über die Folgen dieser Ernährungsgewohnheiten zu informieren. Es werden dabei alle relevanten Aspekte berücksichtigt (Gesundheit, Politik, Ethik, Umweltschutz, Tierschutz, Religion, ...). Für weitere Informationen:
VEGI-INFO Belgien
B 7011 Ghlin, 26, Rue Moncoureur
OfficeBE@vegetarismus.org
www.vegetarisme.ch/be

retourner

URL: http://www.vegetarisme.ch/be/bulletin/2002-02d.htm